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Zur
Ausstellung: J. Freinademetz - Ein Mensch zwischen zwei Welten
Lebensdaten Last updated 05.10.2004 Diese Homepage ist für Microsoft Internet Explorer 4.0 und höher und eine Bildschirm-Auflösung von 800x600 Pixel optimiert. |
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Beiträge zum Symposion: |
Symposion Heilige Missionare – eine Provokation Über
die Bedeutung der im vorigen Oktober heilig gesprochenen Missionare |
![]() Der Wiener Weihbischof Dr. Ludwig Schwarz SDB eröffnet das Symposion. ![]() Beim anschließenden Stehempfang ![]() Der Blick ins Plenum zeigt die rege Teilnahme von Ordensschwestern ![]() Konzentrierte Teilnahme ... ![]() und angeregte Mitarbeit. ![]() Interessierte Gespräche in den Pausen Ausflug nach Goggendorf, der Wahlheimat des hl. Arnold Janssen ![]() P. Provinzial Franz Pilz bei der Predigt in der Pfarrkirche ![]() Gesangsgruppe ![]() Kinder probieren sich an der mitgebrachten Trommel |
Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel fragte in ihrem Vortrag, ob Heiligkeit und Mission eine Provokation für unsere Zeit sein: Heute gebe es weitgehend einen Bekenntnistabu, meinte die Theologin. Menschen möchten sich nicht gerne festlegen, spielen gerne mit Möglichkeiten. Wer bekenntnishaft auftritt, provoziert und wird verlacht, zum Teil aus berechtigter Abwehr und als Schutz der Freiheit des religiösen Denkens. Heiligkeit, so Prüller-Jagenteufel, setze andere Akzente zur Autonomie des Subjekts. Heiligkeit ist Ausdruck der Sehnsucht nach Heil, Ganzheit und Harmonie, ist In-Beziehung-sein in Klarheit und Einfachheit. Mission bedeute nicht das Überstülpen fremder Überzeugungen, sondern sie will dem Hunger nach gelingender Kommunikation über mich selbst entsprechen, ist Ansporn, das Eigene nach außen zu zeigen. Dialog versteht sich als der Versuch, die eigene Existenz den anderen verständlich zu machen. Aber man müsse bedenken, dass Berufung und Sendung christlich als von Gott geschenkte, nicht als von mir hergestellte Identität, zu sehen sein. P. Karl Peinhopf MCCJ bot ein lebensnahes Bild des 1831 in Limone am Gardasee geborenen Gründers der beiden Gemeinschaften, der Comboni-Schwestern und der Comboni - Missionare Daniel Comboni. Seine Liebe galt den Afrikanern, die er durch Afrikaner retten wollte. Als Bischof von Khartum im Sudan war er ein Vorkämpfer für Menschenwürde und Überwindung des Sklavenhandels. Sr. Mechtilde Berger SSpS zeichnete das Bild Arnold Janssens, das in keinen Rahmen passt, der erlebte, was er liturgisch feierte und in dessen weitem Herzen die ganze Welt Platz hatte. P. Sepp Hollweck SVD stellte den Südtiroler Heiligen Josef Freinademetz vor, der ganz aus seiner Heimat lebte, dann zu Arnold Janssen und seiner Gründung fand und Missionar in China wurde. Nach anfänglicher Ablehnung der als fremd erfahrenen Chinesen erlebte er seine innere Umwandlung und Hinwendung zu den Chinesen. Er lernte chinesische Lebensart kennen und schätzen. Nicht die Chinesen haben sich geändert. Er hat sich zu den chinesischen Menschen bekehrt und sie lieb gewonnen. Sr. Dr. Franziska Rehbein, Professorin für katholische Dogmatik, sprach über die Spiritualität der Steyler Gründergeneration. Sie bot eine kenntnisreiche, wissenschaftlich fundierte und einfühlsame Darstellung der spirituellen Wurzeln der Gründergestalten Arnold Janssen und der Schwestern Mutter Maria, Helena Stollenwerk und Mutter Josefa, Hendrina Stenmanns. Bemerkenswert war das Gemeinsame im Unterschiedenen bei den Vorträgen des evangelischen und des katholischen Missionstheologen zum evangelischen und katholischen Missionsbewusstsein im 19. Jahrhundert und heute. Prof. Dr. Dieter Becker von Neuendettelsaus entfaltete das evangelische Missionsbewusstsein aus dem Einfluss der Erweckungsbewegung. Darin war zugleich eine Skepsis gegen Aufklärung und Säkularisierung gegeben und eine aus der Geborgenheit des dörflichen Milieus gewachsene gefühlsorientierte Gotteserfahrung lebendig. Individuelle Heilserfahrung wurde zum Beweggrund der Mission und damit zur Rettung der Seelen in Jesus Christus, führte allerdings auch zur Kollision mit anderen Religionen. P. Prof. Dr. Martin Üffing SVD zeigte, wie im allgemeinen missionarischen Bewusstsein der Menschen der Missionar als Abenteurer des Glaubens gesehen wurde. Im offiziellen kirchlichen Missionsverständnis entstand im 19. Jahrhundert neues Interesse an der Mission, deutlich ablesbar in der Gründung der römischen Propagandakongregation 1817, in der Widerbelebung des Ordenslebens und der Gründung zahlreicher neuer Missionsorden. Immer mehr übernahm auch das Kirchenvolk die Verantwortung für die Mission. Kirchengeschichtliche Konstanten missionarischer Verkündigung waren auch im 19. Jahrhundert gegenwärtig und erhielten zum Teil spezielle Akzentuierung: Das 1. Vaticanum betonte die Institution Kirche. Mission war Einpflanzung der Kirche in nichtchristlichen Gebieten. Es ging aber um das jenseitige Heil der individuellen Einzelseele, das allein die römisch katholische Kirche vermittelte. Der Wert menschlicher Kultur kam als Kontext der Mission stärker in den Blick. Das heutiges Missionsverständnis betont den Dialog, der zugleich schöpfungstheologisch begründet wird. Der Weihbischof von Münster Dr. Franz-Peter Tebartz van Elst entfaltete die Bedeutung Arnold Janssens für heute. Der frühere Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft verstand es, an wichtigen Fragen heutiger Pastoraltheologie die zukunftsweisende Leistung Arnold Janssens zu würdigen. Dr. Leo Leeb, in China promoviert und Professor an der staatlichen Uni, nannte in zugespitzten provokanten Formulierungen für uns heute oft als unverständlich und anstößig abgelehnte Seiten von Freinademetz, womit er seine Absicht, die anwesenden Teilnehmer zu provozieren, wie die Reaktionen zeigten, voll erreichte. Seine vielen, oft widersprüchlichen Provokationen machten wohl deutlich: Das Gegenteil ist auch richtig. |
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